2014_02_14 Elektronische Anzeigetafeln informieren über Busverbindungen

Vielversprechendes Pilotprojekt in Jossgrund und Flörsbachtal
„Mit Hilfe der elektronischen Fahrgastinformation sind die Fahrpläne insbesondere für Senioren besser lesbar. Zudem wollen wir mit diesen Anzeigetafeln verdeutlichen, dass ein reger Busverkehr in unseren Gemeinden existiert und die Busverbindungen besser sind als ihr Ruf “, unterstrich Dieter Walter, Sprecher der Gruppe Mobilität der Ideenschmiede Jossgrund.

Gemeinsam mit seinen Kollegen (Engelberg Amberg, Karl Damian, Matthias Elsässer, Norbert Gehre, Hilmar Mackenroth, Paul Mongel, Faxe Müller und Josef Schreiber) hatte er das Projekt vorangetrieben. „Im Schulterschluss mit der Gemeinde Flörsbachtal ist nun ein einmaliges Pilotprojekt entstanden“, kommentierte der Jossgrunder Bürgermeister Rainer Schreiber. Nunmehr weisen insgesamt elf neu installierte elektronische Fahrgastinformationsysteme in den beiden Gemeinden Jossgrund und Försbachtal auf die öffentlichen Busverbindungen hin. Einzusehen sind die übersichtlich gestalteten Anzeigetafeln in Pfaffenhausen an der Dorfscheune und am Elektrogeschäft Elsässer, in Oberndorf am Rathaus und an der Apotheke, in Lettgenbrunn am Wanderheim und in Brugjoß am Nahauf. In Försbachtal sind die Systeme allesamt in örtlichen Geschäften untergebracht. Via Bildschirmanzeige können sich die Bürger nun über die nächst folgenden acht aktuellen Busverbindungen informieren. In enger Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrsgesellschaft sowie dem für die technische Umsetzung verantwortlichen Planungsbüro IGDB (IG Dreieich Bahn GmbH, Verkehrsplanung und Beratung) aus Dreieich wurde dieses Projekt verwirklicht. 60% der insgesamt 15.000 Euro Gesamtkosten konnten dabei durch das Leaderprogramm Spessart Regional abgedeckt werden. „Es handelt sich um ein attraktive und dennoch kostengünstige Variante. Die Daten hierfür beziehen wir vom Server des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, welcher sie wiederum von der Kreisverkehrsgesellschaft erhält, und setzen diese dann in eine entsprechende Website um“, erklärte der Geschäftsführer der IGDB, Dr. Sigurd Neumaier die technischen Hintergründe. Zur Zeit handelt es sich noch um Soll-Fahrpläne und nicht um Ist-Fahrpläne, da die Einführung eines rechnergestützten Betriebsleitsystems in den Bussen wohl erst in der zweiten Jahreshälfte im Zuge des Fahrplanwechsels umgesetzt werden könne. Mit dessen Hilfe können dann die genauen Fahrzeiten angeben als auch Zahl der Fahrgäste registriert werden. Auch die Einführung des AST (Anruf-Sammeltaxi bzw. Rufbus) ist in Jossgrund und Flörsbachtal noch nicht realisiert. Spätestens mit dem neuen Fahrplan sollen diese Einzug halten. Anstelle von Bussen werden dann zu bestimmten Zeiten Anruf-Sammeltaxis (AST) eingesetzt. Diese sind im Fahrplan mit dem Zusatz „AST“ gekennzeichnet und fahren in der Regel nur nach vorheriger Anmeldung bis spätestens 30 Minuten vor der im Fahrplan abgedruckten Abfahrtszeit. Dieses Angebot ergänzt das System des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs und schließt manche Lücke, die dann bzw. dort auftritt, wenn bzw. wo das Verkehrs-Aufkommen den Einsatz großer Fahrzeuge (Busse) und das Anfahren jeder Haltestelle nicht rechtfertigt. Besonders in verkehrsschwachen Zeiten, beispielsweise in den Abendstunden, am Wochenende und an Feiertagen, sorgt das AST dafür, dass Verbindungen erhalten bleiben oder interkommunale Linien noch bedarfsgerecht bedient werden können. Die Kosten liegen in der Höhe der üblichen Busfahrpreise. Unabhängig der noch durchzuführenden Maßnahmen begrüßten die Beteiligten in Jossgrund und Flörsbachtal die gelungene Einführung der elektronischen Fahrgastinformation.„Die bisherigen Rückmeldungen auf die Anzeigetafeln sind sehr positiv“, freute sich Schreiber, „Insbesondere die optische Darstellung wird gelobt, natürlich gibt es auch Optimierungsbedarf.“ So wurden eine zusätzliche Datumsangabe sowie der Hinweis an den Haltestellen auf die Standorte der Anzeigetafeln als Verbesserungsvorschläge vermerkt.
Text und Fotos von Monika Fingerhut